Vor hundert Jahren war das Korsett ein selbstverständlicher Teil der weiblichen Unterbekleidung. Damals fiel eine Dame auf, wenn sie kein Korsett trug. Ihr wurde dann eine revolutionäre Geisteshaltung unterstellt. Dies war damals gesellschaftlich nicht akzeptiert.
Die Situation stellt sich zur Zeit genau entgegengesetzt dar. Eine Dame, die ein Korsett trägt, fällt heute stark auf. Dies ist heute nicht als gesellschaftliche Normalität akzeptiert. Vielmehr ist häufig die negative Meinung anzutreffen, daß das Tragen eines Korsetts etwas Anrüchiges habe. Diese Ansicht entstand aus folgenden Gründen:
Das liegt zu einem großen Teil an dem Informationsdefizit, das bezüglich Korsetts besteht. Für andere Unterbekleidung wird fast an jeder Straßenecke geworben, aber haben Sie schon einmal eine Korsett-Werbung gesehen? Diese Informationen sollen ihren Teil dazu beitragen (und haben das hoffentlich bisher schon getan), das Informationsdefizit abzubauen und das Korsett ins rechte (ihm zustehende) Licht zu rücken.
Das Ziel muß also sein, den negativen Teufelskreis zu durchbrechen und ihn ins Gegenteil zu verkehren nach folgendem Muster: Wenn viele Damen ein Korsett im normalen Leben als einen normalen Teil ihrer Unterbekleidung tragen, dann verliert es sein negatives Image und wird gesellschaftlich akzeptiert. Dadurch werden wiederum mehr Damen animiert, ein Korsett zu tragen. Diese Entwicklung ist dann ebenfalls selbsterhaltend.
Das Wichtigste ist dabei, daß die Korsetts zu ganz normaler Kleidung getragen werden, wie dies auch vor hundert Jahren üblich war. Viele Korsettträgerinnen bevorzugen heute auffällige Leder- oder Latexkleidung. Dies ist wenig geeignet ein Gefühl der Normalität zu vermitteln. Viel besser sind normale Blusen oder Kleider, die mit einem breiten Gürtel auf Form gebracht werden. Als besonders geeignet erweisen sich Abend-, Cocktail- oder Brautkleider, da diese meist ohnehin figurnah gearbeitet sind und sich zum Teil an historischen Schnitten orientieren.
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